⇐ Zurück zu Neuigkeiten

Viele Gutachten kommen zu untauglichen Ergebnissen

am 18.03.2015

Resultate hat immer wieder die Gelegenheit, Wertgutachten zur Bewertung von Maklerbeständen zu prüfen, weil kaufwillige Makler sich eine zweite Meinung einholen wollen, ob ein vorliegendes Wertgutachten realistisch ist oder nicht.

Leider kommen viele Gutachten zu fragwürdigen Aussagen.

Die wesentlichen Punkte, die auffallen sind:

Methodisch falsch

Dies liegt insbesondere daran, dass der Ersteller des Gutachtens mangels Know-how oder sogar entgegen besseren Wissens methodisch falsch gearbeitet hat. Dies ist dann der Fall, wenn er beispielsweise auf der Basis sogenannter Umsatzfaktoren in einzelnen Produktgruppen oder Sparten arbeitet und sowohl Rentabilität als auch Kostenstrukturen komplett außen vor läßt.

Vergangenheitsorientiert

Für den Verkauf eines Bestands ist im wesentlichen die Frage wichtig, was sich aus dem Bestand oder dem Unternehmen zukünftig erwirtschaften läßt. Die meisten Analysen lassen diesen Aspekt jedoch komplett außen vor und basieren ausschließlich auf Vergangenheitsdaten und blenden beispielsweise bereits bekannte Risiken oder bereits bekannte außerordentliche Belastungen der Zukunft komplett aus.

Rechtsform nicht berücksichtigt

Manche Gutachten berücksichtigen die Rechtsform des Unternehmens nicht, obwohl nicht der Bestand, sondern das Maklerunternehmens selbst verkauft werden soll. Es erfolgt quasi nur eine Bestandsbewertung ohne Bilanzanalyse der Kapitalgesellschaft. So wird beispielsweise Fremdkapital „mitverkauft“, ohne dass dies in der Bemessung des Kaufpreises Berücksichtigung findet.

Risiken nicht bewertet

Die meisten vorliegendenden Bewertungen weisen die Risiken nicht explizit aus und lassen sie nicht oder nicht in der angemessenen Form in die Kaufpreisfestsetzung einfließen. Dadurch wird die Investitionsrechnung eines Käufers, die dieser auf jeden Fall durchführen sollte, oftmals sehr negativ beeinflusst. Immer wieder entstehen so Effekte, dass die Kompensationsrechnung zu Ergebnissen führt, die weit in der Zukunft oder im Unendlichen liegen – sprich: unter Abzug des Referenz-Unternehmerlohns rutscht die Investition ins Negative.

Keine Kompetenz in der Bilanzanalyse einer Kapitalgesellschaft

Eine aussagekräftige Bilanzanalyse einer GmbH findet sich in fast keinem Gutachten. Insbesonder Positionen wie Rückstellungen für Versorgungszusagen des bisherigen Inhabers werden oftmals in ihrer Relevanz für die Unternehmensbewertung nicht erkannt.

Tools

Immer wieder nutzen Laien Tools ihrer Dienstleister zur Bewertung ihrer Bestände. Diese Tools sind fast nie geeignet, Kapitalgesellschaften wie GmbHs oder AGs zu bewerten. Um die Tools überhaupt für Laien bedienbar zu halten, sind die eingesetzten Methoden der Bestandsbewertung meist Umsatzmultiplikatoren-Verfahren, die nicht für die wirtschaftliche Bewertung der Ertragskraft eines Maklerbestands geeignet sind und auch Risiken nur sehr, sehr eingeschränkt quantifizieren können. Insbesondere werden oftmals Parameter voreingestellt, ohne dem Benutzer zu erläutern, wann diese Parameter wirklich gültig sind, wie sie ermittelt wurden und wann die Parameter wie verändert werden müssen, um zu einem einigermaßen brauchbaren Ergebnis zu gelangen.

Wie kommen solche Ergebnisse zustande?

Natürlich können wir auch in vielen Punkten nur spekulieren. Jedoch scheint es offensichtlich zu sein, dass das betriebswirtschaftliche Know-how zur Bewertung von Maklerbständen leider nicht so weit verbreitet zu sein scheint, wie man dies aus anderen Branchen kennt, insbesondere dann, wenn auch noch Punkte wie eine Bilanzanalyse einer GmbH dazu kommen.

Viele Verkäufer nutzen die Dienstleistungen von „Bestands-Brokern“, deren Kompetenz mehr in der Vermittlung als in der Bewertung nach kaufmännisch und wissenschaftlich anerkannten Verfahren zu liegen scheint. Zudem handeln leider manche Broker nach dem Motto „Zeit ist Geld“, weil Sie das Unternehmen natürlich gerne schnell an den Mann oder die Frau bringen wollen. Eine gründliche Analyse kostet Zeit und Geld und fördert eventuell den Kaufpreis mindernde Tatsachen zutage.

Wir können Käufern und Nachfolgern nur empfehlen, grundsätzlich vor der Unterzeichnung jedweder Kaufvereinbarung oder Verpflichtungserklärung eine sehr genaue Prüfung des Bestands und des Unternehmens vorzunehmen und auch im Kauf- und Übernahmeprozess wichtige, haftungsreduzierende Dinge zu regeln oder zumindest weitreichende Verpflichtungen und zu Sicherungen von Ansprüchen gegen den Verkäuer zum Vertragsbestandteil zu machen.

Resultate bietet für kaufwillige Makler, denen bereits eine Kauf- oder Beteiligungsoption vorliegt, folgende Dienstleistungen an:

  • Plausibilisierung einer vorliegenden Unternehmens- oder Bestandsbewertung
  • Begleitung ihrer Verhandlungs- und Übernahmegespräche
  • Alternative Gestaltung von Kauf- oder Nachfolgeszenarien
  • Mediation oder Moderation von Verhandlungen, die nicht voran kommen oder bei denen die Vorstellungen (noch) zu weit auseinander liegen
  • Einbeziehung von erfahrenen Netzwerkpartnern für die Regelung und Prüfung rechtlicher und steuerlicher Fragestellung insbesondere zur Haftungsbegrenzung.

Ein erstes Gespräch am Telefon ist natürlich kostenfrei.

Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.