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Aufsatz: Zahl des Tages – 561.785 EUR

am 09.07.2016

Immer wieder fragen mich Makler: „Herr Grimm, was kostet eine Bestandsbewertung?“ Neuerdings zögere ich bei der Antwort. Dabei ist sie eigentlich gar nicht so kompliziert: Will ein Makler den Wert seines Bestands oder seines Unternehmens ermitteln lassen, kostet ihn dies in manchen Fällen keinen einzigen Cent. Es gibt auch Bewertungen für 75 EUR, 500 EUR, 1500 EUR oder auch deutlich mehr – je nach Qualität der Wertermittlung, nach Zielsetzung des Bewerters und nach dessen fachlicher Qualifikation. Wirklich Sachkundige verlangen dafür meist ähnliche Stundensätze wie Steuerberater.

Neulich allerdings hatten wir am Resultate-Institut hatten einen besonderen Fall, bei dem die Bestandsbewertung 560.000 EUR gekostet hat, genau genommen 561.785 EUR.

Wer in aller Welt bezahlt 561.785 EUR für eine Bestandsbewertung, fragen Sie sich jetzt sicherlich.

Dass die Bewertung eines Bestands ganze 561.785 EUR kosten könnte, hätte auch ich bis vor wenigen Wochen nicht geglaubt. Eine vernünftige Wertermittlung (Datenerhebung, die Analyse und die Ausarbeitung der Ergebnisse) dauert in der Regel zwei bis vier Tage, gerichtsverwertbare Sachverständigengutachten für Scheidungen und Erbstreitigkeiten etwas länger.

561.785 EUR klingen da schon sehr mächtig. Der Makler hat die Summe natürlich nicht auf den Tisch gelegt. Auf der Rechnung standen lediglich 1.785 EUR inklusive Mehrwertsteuer. Erhalten hat er dafür ein schön aufbereitetes Dokument mit wissenschaftlicher Anmutung, für Laien überzeugend. Die Bewertung hat allerdings nicht das Resultate Institut erstellt, sondern jemand, der irgendwann beschlossen hat zu wissen, wie Bestände zu bewerten seien.

Wir durften nachträglich den Deal nochmals untersuchen und eine eigene Wertermittlung anstellen. Die Differenz lautete 560.000 EUR! Die resultieren daraus, dass der Bewerter ein Verfahren verwendet hatte, das nicht geeignet ist, die Situation und den Wert eines Unternehmens objektiv abzubilden. Der Makler war folglich mit einer viel zu geringen Preisvorstellung in den Verkaufsprozess gestartet. Der Bestandsvermittler konnte auf einen schnellen Vermittlungserfolg hoffen, der spätere Käufer auf ein sehr rentables Geschäft.

Das größte Risiko in der Bestands- oder Unternehmensbewertung ist nicht der Preis für deren Erstellung. Die eigentlichen Kosten entstehen dem Verkäufer dann, wenn er auf vom Käufer entwickelte Verfahren vertraut oder das gewählte Verfahren generell für die Fragestellung ungeeignet ist. Die meisten umsatzbasierte Bewertungsverfahren, bei denen Courtage mit willkürlichen Faktoren multipliziert wird, zählen dazu. Auch die Verfahren des einen oder anderen etablierten Bestandsvermittlers oder deren Webtools werfen Fragen auf, weil sie nur die Bestandscourtage einbeziehen, ohne alle Erlöse und Kosten des Unternehmens zu berücksichtigen.

Eine sachkundige und unabhängige Bewertung zielt auf den Ertragswert des gesamten Geschäftsmodells und dessen Übertragbarkeit auf den potenziellen Käufer ab. Sie basiert auf anerkannten Standards, wie die des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) oder des Bundesverbands der Sachverständigen für das Versicherungswesen e.V. (BVSV).

Ob der oben erwähnte Makler letztendlich tatsächlich genau 560.000 EUR mehr erzielt hätte, weiß ich nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass er sich bereits über 300.000 EUR mehr sehr gefreut hätte.


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