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Aufsatz: Umgewandelt – schlecht gehandelt! Umwandlung von Maklerunternehmen

am 17.07.2016

Viele der Kunden des Resultate Instituts in München lassen sich dann zu ihrer Nachfolgeplanung beraten, wenn sie konkret verkaufen wollen. Denn das Institut hilft den meisten von ihnen, ihren idealen Nachfolger oder Käufer zu finden – denjenigen also, der das Lebenswerk des Maklers wertschätzt und gleichzeitig einen angemessenen Preis bezahlen kann und will.

Die meisten dieser Kunden haben sich zuvor schon belesen oder den einen oder anderen Vortrag zum Thema Nachfolge gehört und sind dem Rat des referierenden Anwalts gefolgt, den dieser für die Übertragung von Maklerbeständen gegeben hat: Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH. Denn die meisten Datenschützer und Anwälte favorisieren diese Form der Übertragung von Maklerbeständen.

Auch viele Steuerberater sehen in der GmbH eine sehr attraktive Unternehmensform – zumindest für den Verkäufer, kann dieser beim Verkauf einer GmbH üblicherweise doch das sogenannte Teileinkünfte-Verfahren nutzen. Das spart Steuern. Je höher der Preis, je höher die Steuerersparnis – logisch.

In vielen Fällen ist der Makler jedoch vor vielen Jahren als Einzelunternehmer gestartet – bis heute die häufigste Unternehmensform bei Maklerunternehmen. Die GmbH entsteht oftmals erst sehr viel später in mehreren Schritten im Rahmen einer Gesamtrechtsnachfolge.

Das Gesetzeswerk, das diese Form der Unternehmensumwandlung regelt, nennt sich Umwandlungsgesetzt, kurz UmwG. So kann der Makler sein Unternehmen als Share Deal „am Stück“ an den Käufer übertragen.

Er muss sich zumindest aus dieser Perspektive heraus keine Sorgen mehr machen, dass er gegen das Bundesdatenschutzgesetz oder das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen würde, wenn er seine Kundendaten an einen Käufer überträgt. Weder Kunden noch Produktgeber oder kooperierende Pools haben letztlich die Möglichkeit aus einer solchen Übertragung besondere Ansprüche oder Widerspruchsrechte abzuleiten oder gar Courtagezahlungen zu verweigern.

Doch nicht immer geht der gut gemeinte Plan mit der GmbH-Gründung nach UmwG so aus, wie der Makler oder der rechtliche Ratgeber sich das vorgestellt hatte.

Hat der Inhaber nach den Vorgaben des UmwG seine GmbH endlich geschaffen, und hält er dann stolz die Mitteilung des Registergerichts über seine Eintragung als Geschäftsführer in der Hand, darf er vieles machen – nur nicht verkaufen.

Aber war das nicht der eigentliche Sinn der ganzen Umwandlung? Sicher, nur würde ihn das jetzt sehr teuer zu stehen kommen.

Schuld daran ist ein kleines Gesetzeswerk namens Umwandlungs­steuergesetz – kurz UmwStG. Quasi die kleine Schwester des UmwG.

Hatte der Makler vor der Umwandlung noch die steuerlichen Vorteile des §34 EStG nutzen können, also den Verkaufserlös für sein Unternehmen kalkulatorisch auf fünf Jahre strecken oder von einem deutlich geminderten Steuersatz profitieren können, „überrascht“ der §22 des UmwStG mit einem unscheinbaren aber wirkungsvollen Satz: „§ 16 Abs. 4 und § 34 des Einkommensteuergesetzes sind nicht anzuwenden.“

Das heißt, dass mit dem Vollzug der Umwandlung in eine GmbH die „alten“ Steuervorteile des Maklers wegfallen.

Diese Tatsache für sich alleine wäre noch nicht wirklich tragisch – es gibt ja das attraktivere Teileinkünfte­-Verfahren.

Dumm nur, dass das UmwStG auch die Anwendung des Teileinkünfte-Verfahrens in den ersten Jahren erheblich einschränkt – ganze sieben Jahre lang.

Hat der Makler die Umwandlung also zu spät eingeleitet oder verkauft er die GmbH aus anderem Grund bereits in den ersten Jahren nach der Umwandlung, hat er sich die erleichterte Übertragbarkeit seines Unternehmens sehr teuer erkauft. Er kann die „alten“ Steuervorteile gar nicht mehr und die „neuen“ nur sehr eingeschränkt nutzen.

Das Ergebnis ist finanziell für den Verkäufer sehr unbefriedigend – vor allem bei größeren Unternehmenswerten kommen so erhebliche ungeplante Steuerlasten zusammen, die letztlich nur dadurch vermieden werden können, dass die Gründung einer GmbH grundsätzlich nur dann angegangen wird, wenn sicher ausreichend Zeit für die Umwandlung zur Verfügung steht und in den ersten Jahren nach der Umwandlung unerwartete Störungen durch das reale Leben vermieden werden können.

Die gut gemeinte Umwandlung in eine GmbH kann ansonsten zumindest aus finanzieller Sicht genau das Gegenteil von dem werden, was sie eigentlich sein sollte.

Um einem solchen Effekt zu entgehen, empfiehlt das Resultate Institut Maklern von Zeit zu Zeit auch in früheren Jahren bereits einen professionellen Check der Übertragbarkeit des Unternehmens und eine Überprüfung der steuerlichen Auswirkungen einer geplanten und einer ungeplanten Übertragung in einer Notsituation vorzunehmen. Letztere kommt leider öfter vor, als viele Makler dies vermuten dürften.


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