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AssCompact: Warum Werte so wichtig sind

am 18.10.2017

Wer sich damit beschäftigt, Maklerbestände zu kaufen oder zu verkaufen, stellt sich auch immer wieder die Frage nach dem richtigen Wert eines Bestands oder eines Unternehmens, denn der Wert stellt letztlich die Basis für die Ermittlung eines fairen Kaufpreises.

Und dass Wert nicht gleich Wert ist und dass ein Unternehmen unterschiedlich viel Wert sein kann, das ist vielen gar nicht bewusst. Damit sich das etwas ändert, hat sich unser Geschäftsführer Andreas Grimm in seiner AssCompact-Kolumne mit der Frage beschäftigt, warum der Wert eines Maklerbestands oder eines Versicherungsbestands eigentlich so wichtig ist.

Die vollständige Kolumne lesen Sie hier.

Wenn Sie Fragen zur Bewertung eines Maklerunternehmens oder eines Maklerbestands haben sollten, dann lassen Sie uns dies gerne wissen:

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Wozu bedarf es überhaupt der Bewertung eines Maklerbestands oder eines Maklerunternehmens? Es gibt doch genügend Faustformeln, mit denen ein Makler den Wert eines Bestands berechnen könnte.

„15.000 EUR für eine Bestandsbewertung? Das kann ich Ihnen in einer Stunde ausrechnen“, hat kürzlich ein Käufer von Maklerbeständen geäußert. Bei ihm würde die Bewertung gar nichts kosten. Abgesehen davon, dass eine Bestandsbewertung eher um die 1.500 – 2.000 EUR kosten dürfte, stellt sich der Laie aber natürlich zu recht die Frage, wozu eine qualifizierte Bewertung überhaupt erforderlich ist.

Das wichtigste ist die Frage, wozu und wann die Bestandsbewertung angefertigt werden sollte. Bewertet werden sollte nicht dann, wenn der erste Kaufinteressent am Tisch sitzt, sondern sehr viel früher: Während der ersten Überlegungen, wie und zu welchem Preis die Nachfolge geregelt werden könnte. Und dazu gehören dann auch folgende Fragen:

  1. Welcher Interessententyp kann bei welcher Übergabeform den besten Preis bezahlen?
  2. Was reduziert den Preis zurzeit noch – lohnt sich eine Korrektur wirklich?
  3. Wie lässt sich der Preis wirksam argumentieren und durchsetzen?

Selten wird Makler sein Unternehmen oder seinen Bestand verschenken wollen. Vertraut er dennoch auf das selbstbewusste und Seriosität ausstrahlende Auftreten eines Kaufinteressenten, ist das zumindest sehr mutig.

Mit einer frühzeitigen, sachverständigen Bewertung kann der Makler seine Verkaufsbemühungen zielgerichtet beginnen. Er spart sich die meisten Diskussionen mit Bewerbern, die die Kaufpreisvorstellung nicht teilen. Er konzentriert sich auf die Kandidaten, die den tatsächlichen Wert des Bestands oder des Unternehmens wertschätzen und einen entsprechenden Preis darstellen können. Das hilft später übrigens auch dem Käufer: Er hat eine Grundlage für die Finanzierung durch die Hausbank.

Die sachverständige Bewertung bietet übrigens noch einen wesentlichen Vorteil – zumindest für den Verkäufer: Mir ist kein Fall bekannt, bei dem eine durch den Kaufinteressenten erstellte Bestandsbewertung objektiven, sachverständigen Bewertungskriterien entsprochen hätte und zu einem überdurchschnittlich hohen Kaufpreis geführt hätte. Zwischen dem tatsächlichen Unternehmenswert und dem Angebot eines Bestandskäufers ist meist ein gigantischer Unterschied.

Auch aus Gründen der eigenen Lebensplanung sollte der Makler frühzeitig den Wert seines Unternehmens ermitteln lassen und diesen mit dem Finanzbedarf für einen sorgenfreien Ruhestand vergleichen. Erkennt er eine eventuell vorhandene Versorgungslücke zu spät, wird nicht genügend Zeit bleiben, um werthebende Maßnahmen für den Bestand zu ergreifen – schlimmstenfalls bleibt dann nur die Option, die ursprüngliche Lebensplanung zu verwerfen.

Ganz wichtig ist die Bestandsbewertung übrigens bei einer familieninternen Nachfolge, denn der Kaufpreis wird innerhalb der Familie in der Regel weit unter dem realisierbaren Marktpreis liegen. Dass diese Differenz später in der Altersvorsorge des Seniors fehlen wird, ist vielen Inhabern nicht präsent. Zudem birgt die familieninterne Nachfolge erhebliche steuerliche Risiken, wenn das Finanzamt einen „Freundschaftspreis“ unterstellt und die Differenz als geldwerten Vorteil versteuert haben möchte, weil es nach dem Bewertungsgesetz meist einen zu hohen Unternehmenswert ermittelt. Eine sachverständige Wertermittlung anhand des modifizierten Ertragswertverfahrens löst in vielen Fällen das Problem auf sehr einfache Weise.

Wer gerne selbst rechnen möchte, sollte bedenken, dass kein mir bekanntes Bewertungstool und keine Faustformel die Komplexität der Unternehmens- oder Bestandsbewertung wirklich abbildet. Es fehlen steuerliche und bilanzielle Aspekte fast vollständig. Sondereffekte oder Abgrenzungsfehler werden gar nicht berücksichtigt.

Eine externe, sachverständige Bewertung schafft nicht nur eine fundierte Entscheidungsbasis für den Verkäufer, sondern auch Vertrauen auf Käuferseite. Denn der Käufer will schließlich ebenfalls wissen, ob der Preis tatsächlich angemessen ist.

Autor: Andreas Grimm