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AssCompact 02-2018: Bestandsverkauf – ein Praxisbericht

am 08.03.2018

Die beiden Gesellschafter einer Makler-GmbH wollen ihr Unternehmen veräußern. Da sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufhören wollen und ein Nachfolger für ihr Unternehmen nicht so einfach zu finden ist, müssen sie ihr ursprüngliches Vorhaben anpassen. Es gibt gute und schlechte Nachrichten.(Fortsetzung aus AssCompact 02/2018).

Den Beitrag lesen Sie in der AssCompact 02-2018.

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Fortsetzung aus der AssCompact 02/2018. Die beiden Gesellschafter einer Makler-GmbH wollen ihr Unternehmen veräußern. Da sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufhören wollen und ein Nachfolger für ihr Unternehmen nicht so einfach zu finden ist, müssen sie ihr ursprüngliches Vorhaben anpassen. Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die beiden.

Wie in der letzten AssCompact berichtet, haben Herbert Müller* und Thomas Maier* gemeinsam ihre Makler-GmbH aufgebaut und noch keine Lösung für ihre Nachfolge gefunden. Weder ein echter Nachfolger wurde gefunden, der in zwei Schritten das Unternehmen übernehmen sollte, noch war das Angebot ihres Pools über die zweifache Bestandscourtage attraktiv genug, weil dieser nur den Bestand und nicht die GmbH übernehmen wollte. Die fällige Umsatzsteuer und Ertragssteuer sowie die Auflösungskosten der GmbH hätten dem Geschäft jegliche Attraktivität geraubt.

Irgendwann haben die beiden sich dann entschlossen, professionelle Unterstützung durch die Berater des Resultate-Instituts ihres Bestandsmarktplatzes zu nutzen.

Die Unternehmensbewertung anhand des modifizierten Ertragswertverfahrens auf Basis des aktuellen Geschäftsmodells ergab einen Unternehmenswert von ca. 210.000 EUR. „Da hätten wir ja gleich an den Pool verkaufen können“, war der erste Gedanken der beiden Makler. Erst als der Berater ihnen den Unterschied zwischen Bestandsverkauf und Unternehmensverkauf vorgerechnet hat, erkannten die beiden, dass in diesem Fall der Unternehmensverkauf deutlich attraktiver sein würde: Statt Umsatzsteuer zu bezahlen und ein kompliziertes Ausschüttungsverfahren konstruieren zu müssen, würde das sogenannte Teileinkünfteverfahren im Vergleich Steuererleichterungen von ca. 35.000 – 40.000 EUR mit sich bringen. Von den gesparten Auflösungskosten der GmbH ganz zu schweigen.

Allerdings wäre nach Meinung des Beraters ein Kompromiss erforderlich, den die beiden so ursprünglich nicht geplant hatten. Thomas Maier würde vermutlich seine Anteile ebenfalls gleich verkaufen müssen, damit ein Kaufinteressent das Unternehmen als Ganzes kaufen könnte. So würde sich der Kreis der potenziellen Käufer deutlich erhöhen und der Regelungsbedarf deutlich abnehmen. Ob Thomas Maier später noch als Berater weiter mitwirken könnte, würde dann mit dem potenziellen Käufer zu verhandeln sein. Soweit die negativen Nachrichten des Beraters.

Eine sehr gute Nachricht hatte der Berater für die beiden, nachdem er sich das Geschäftsmodell nochmals etwas intensiver angesehen und daraus Rückschlüsse auf den idealen Käufertypus gezogen hatte: Mit einer Modifikation des Geschäftsmodells rückte eine ganz bestimmte Art Käufer in den Fokus. Es sollte einer sein, der in der Region mit einem etablierten Geschäftsmodell mehrere Standorte effizient betreuen konnte und der die Beratungsfelder der beiden Inhaber mit einer passenden Konzeptberatung nochmals deutlich erweitern konnte, ohne den Charakter des Unternehmens deutlich zu verändern. Zudem sollte Thomas Maiers Mitwirkung als Berater über den Verkauf hinaus als Mehrwert verkauft werden und so dem potenziellen Käufer zusätzliche Sicherheit bieten. Aufgrund des so deutlich höheren Ertragspotenzials erachtete der Berater einen realisierbaren Kaufpreis für die gesamte Gesellschaft zwischen 330.000 und 385.000 EUR als problemlos realisierbar.

Genau solche Käufer wollte der Berater als nächstes ansprechen und mit ihnen diskrete Vorverhandlungen führen. Bereits nach 4 Wochen standen die Erstgespräche mit den Kandidaten an, weitere drei Monate später das Ergebnis fest:

Die Gesellschaft wird zu einem Kaufpreis von 375.000 EUR verkauft. Herbert Müller scheidet kurzfristig aus, Thomas Maier wird als freier Berater gegen Honorar einige Monate oder Jahre mitwirken. Vom Veräußerungsgewinn werden Sie knapp 80 Prozent, also fast 300.000 EUR behalten dürfen. Jetzt sind beide mehr als froh darüber, dass ihre eigene Nachfolgersuche zuerst nicht geklappt hat.